Warum Bewusstsein in Organisationen bringen?

Warum Bewusstsein in Organisationen bringen?

In Anbetracht der zunehmenden Anzahl von psychischen Erkrankungen erscheint es dringend notwendig, Resilienz stärkende Strukturen zu entwickeln. In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie erfahren viele Patienten Heilung, indem sie ihrer unbewussten inneren Konflikten bewusst werden und diese nachverarbeiten. Generell kann eine Bewusstwerdung innerer Konflikte die Handlungsspielräume erweitern und einer Dekompensation in Form einer psychischen Erkrankung effektiv vorbeugen. Aber nicht nur das: aus meiner Sicht bringt die innere Klärung durch Bewusstwerdung viele positive Nebeneffekte, welche für Unternehmen und Organisationen essentiell sind. Z. B. folgende:

Ressourcen freilegen

Unbewusste innere Konflikte binden viele Ressourcen. Das heißt, die Menschen müssen immer "etwas tun, um etwas nicht zu fühlen". Leider bringt dies bestenfalls eine Kompensation, aber keine Lösung. Zudem sind diese in der Regel mit (oft unbewussten) Ängsten assoziiert, welche die Konzentration und Gedächtnisfähigkeit einschränken. 

Konflikte deeskalieren

Menschen agieren unbewusste Anteile oft interaktionell in Konflikten aus (unbewusster Versuch das innere "Unbehagen" im Außen zu lösen). Dies verursacht vielschichtige zwischenmenschliche Störfelder, welche vermutlich jeder schon beobachtet haben wird. Viele sehen in einem Konflikt "den Fehler im Gegenüber", dabei wäre nur im Erkennen der eigenen Anteile eine Lösung möglich.

Widerstände relativieren

Unbewusste innere Konflikte bedingen im Rahmen der Organisationsentwicklung oft Widerstände (z. B. bei Machtverlust, bei Loylitätskonflikten, usw.). Dies bringt große Schwierigkeiten bezüglich notwendiger Anpassungen von Organisationsstrukturen mit sich.

Motivation

Viele Unternehmen und Organisationen machen sich Gedanken, wie Mitarbeiter motiviert werden können. Nach der Bedürfnispyramide von Maslow ist Selbstverwirklichung die höchste intrinsische Motivation. Aus meiner Sicht ist die Bewusstwerdung die höchste Form der Selbstverwirklichung. Wenn Sie ein Bewusstsein förderndes Umfeld schaffen, stellen sich aus meiner Sicht Kräfte ein, die eine motivierte und konstruktive Entwicklung (für das Individuum sowie für das Umfeld) ermöglichen.

Psychologische und wissenschaftliche Fundierung

Diese Effekte lassen sich an mehreren etablierten Strängen der Psychologie festmachen

Tiefenpsychologische Perspektive

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass ungelöste innere Konflikte sich unbewusst in Abwehrmechanismen niederschlagen – Muster, mit denen wir unangenehme Gefühle fernhalten, ohne die zugrundeliegende Ursache zu klären. Diese Mechanismen kosten Energie, die im Arbeitsalltag an anderer Stelle fehlt.

 

Bindungserfahrung und Wiederholung

Aus bindungstheoretischer Sicht prägen frühe Beziehungserfahrungen unbewusste Erwartungs- und Reaktionsmuster, die sich im Erwachsenenleben – auch im beruflichen Kontext – wiederholen. Konflikte mit Vorgesetzten, Kolleginnen oder im Team sind daher selten rein situativ bedingt, sondern reinszenieren häufig ältere, ungeklärte Themen.

 

Stress- und Ressourcenforschung

Chronische, unbewusst gehaltene innere Konflikte wirken wie eine dauerhafte Hintergrundbelastung: Sie binden kognitive und emotionale Kapazität, die dann für Konzentration, Gedächtnis und Entscheidungsfähigkeit fehlt. Dies deckt sich mit Befunden der Stressforschung zu andauernder, unterschwelliger psychischer Belastung und ihren Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit.

Aktuelle Zahlen der WHO

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist zu jedem Zeitpunkt weltweit rund jede sechste bis siebte Person im erwerbsfähigen Alter von einer psychischen Erkrankung betroffen. Depressionen und Angststörungen kosten die Weltwirtschaft schätzungsweise 1 Billion US-Dollar jährlich, unter anderem durch rund 12 Milliarden verlorene Arbeitstage. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die WHO inzwischen ausdrücklich strukturelle und präventive Maßnahmen statt reiner Symptombehandlung.

Motivationspsychologie

Neben Maslows Bedürfnispyramide stützt auch die Selbstbestimmungstheorie die These, dass nachhaltige, intrinsische Motivation aus dem Erleben von Autonomie, Kompetenz und echter Verbundenheit entsteht – nicht aus äußerem Druck oder Kontrolle. Bewusstwerdungsprozesse fördern genau diese drei Faktoren, weil sie Selbststeuerung anstelle von unbewusster Fremdsteuerung ermöglichen.

Vision: Neues Miteinander

Von Mensch zu Mensch

Leitende Positionen dienen den Mitarbeitern

Selbstbewusstwerdung durch bewusstseinsfördernde Strukturen

Selbstverwirklichung = intrinsische Motivation (Enthusiasmus)
 
Nicht Konkurrenz, sondern Synergien
 
Bewusstsein verändert die Welt

 Wäre Arbeit dann noch "Arbeit"?

Grunderkenntnisse aus meiner Arbeit

  • jeder Mensch hat gute Gründe, warum er ist wie er ist (Geschichte/Funktion)
  • die Motivation hinter meinen Handlungsimpulsen bringt mich zu meinen Themen
  • so wie ich mit mir selber umgehe, wurde früher mit mir umgegangen
  • altes Unerfülltes wird versucht nachzuholen oder reinszeniert
  • Geklärt = alle lassen können „wie sie sind“, aber nicht alles mit sich machen lassen…
  • bedeutet: Kontrolle/Macht vs. Selbstbewusstsein, Selbstermächtigung und Eigenverantwortung
  • keiner ist fertig, jeder hat einen "depressiven Grundkonflikt"
  • im Kontinuum des menschlichen Daseins sitzen wir alle im selben Boot (im Sinne von "Ursache und Wirkung")

 

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